Was KYC eigentlich ist, und woher es kommt.
KYC — Know Your Customer — ist ein Satz von Identitätsverifizierungsverfahren, der ursprünglich in der Regulierung zur Geldwäschebekämpfung im Finanzdienstleistungsbereich kodifiziert wurde. Die kanonische Implementierung sammelt vier Dinge: gesetzlicher Name, Wohnadresse, ein staatlich ausgestelltes Identitätsdokument (Reisepass oder Personalausweis) und Nachweis, dass das Dokument der einreichenden Person gehört (das inzwischen allgegenwärtige „Selfie mit Ausweis”). Manchmal fügt eine Versorgerrechnung oder ein Kontoauszug einen Adressnachweis hinzu. Die Finanzdienstleistungspflicht ist real, die Dokumentation ist klar definiert, und die Regulatoren, die sie durchsetzen (FinCEN in den USA, die FCA in Großbritannien, BaFin in Deutschland, FINMA in der Schweiz, FATF global) prüfen die Compliance regelmäßig.
Weniger klar definiert ist, wie KYC aus dem Finanzdienstleistungsbereich in benachbarte Kategorien migriert ist. Hosting ist eine davon. Es gibt kein Gesetz in Schweden, Finnland, Norwegen oder Island, das ein Hosting-Unternehmen verpflichtet, seine Kunden zu KYC-verifizieren. Die Praxis verbreitete sich durch Konvention — hauptsächlich weil Hosts, die Kreditkarten akzeptieren, die Betrugsverhinderungskultur des Kartenprozessors erben und weil Unternehmenseinkauf erwartet, gefragt zu werden. Ein kleiner Teil des Hosting-Markts ist bewusst aus dieser Konvention ausgetreten. Dieser Teil ist das, worauf „No-KYC-Hosting” verweist.
Die Unterscheidung ist wichtig, weil das Marketingwort „anonym” auf mehrere verschiedene Schichten verweisen kann, und KYC-Entfernung ist nur eine davon. Ein perfekt KYC-freier Host, der keine Kryptowährung akzeptiert, Tor verweigert und Ihre IP-Adresse mit jedem teilt, der fragt, leckt immer noch auf den anderen zwei Schichten. Echtes Datenschutz-Hosting ist ein Stack; KYC-Entfernung ist ein Element.
